Worte zum Jahresende                                                                                                                Dezember 2021

 

 

 

Sucht das Verbindende! Römer 14,17-19

 

 

Liebe Freunde

 

 

Miteinander essen und trinken. Gemeinsam am Tisch sitzen und außer dem Essen auch Zeit, Worte und Gedanken teilen, auf‘s gemeinsame Wohl anstoßen, miteinander lachen und singen – das ist etwas Schönes und verbindet. Leider konnten wir dieses auch im Jahr 2021 nur wenig pflegen. Zum Jahresende möchte ich euch eine Geschichte aus der Bibel mitgeben. In einem einen Abschnitt aus dem Römerbrief, Kapitel 14 schreibt der Apostel Paulus:

 

 

Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geist. Wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und bei den Menschen geachtet. Darum lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und zur Erbauung untereinander.

 

 

Der Anlass dieser Worte lag darin, dass sich Mitglieder der Gemeinde über das Essen stritten...

In unseren Augen – heute – eine Kleinigkeit. Streit ums Essen, ums richtige Essen, das gab es auch damals schon vor zweitausend Jahren. Auch wenn die Hintergründe andere waren als heute. Damals ging es darum, dass es Fleisch ausschließlich als „den Götzen oder dem Kaiser geopfertes Fleisch“ gab. Darf man das als Christ essen oder nicht? Die einen sagten: „Götzen – was gehen mich die Götzen an? Die gibt es doch sowieso nicht! Oder der Kaiser, der sich als Gott aufspielt? Ha! Ich kenne nur einen Gott, den Unsichtbaren und Lebendigen!“ – und aßen munter drauf los.

 

 

Die anderen aber machten sich einen Kopf, ob ja oder nein, und entschieden sich dann dagegen. Das hieß: ab jetzt lebten sie vegetarisch. Sie fanden es falsch, Fleisch zu essen, das jemandem geopfert worden war. Deshalb verzichteten sie lieber darauf.

 

 

Dass diese unterschiedlichen Einschätzungen zu heißen Diskussionen in der Gemeinde führten, das kann man sich lebhaft vorstellen. Denn beide hatten ja einleuchtende Argumente und triftige Gründe für ihr Essen bzw. nicht-Essen. Und beide fühlten sich aus ihrer Sicht „zurecht im Recht“. Und wenn sich zwei „zurecht im Recht“ fühlen, dann fliegen einfach die Fetzten. Das war damals nicht anders als heute.

 

 

Und in diesen Streit hinein schreibt der Apostel seinen Brief und erinnert die Gemeindeglieder von Rom: He, liebe Leute, das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken! Darum lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und zum Bau des Hauses (der Gemeinschaft) beiträgt!

 

 

Zuerst und immer gilt also: Sucht das, was Euch untereinander verbindet! Schaut nach dem, wo Ihr zusammengehört, wo Ihr Euch gegenseitig tragen und stärken könnt. Helft Euch gegenseitig, als Gemeinschaft zu leben: als Gemeinschaft von Christen und auch als Gemeinschaft aller Menschen.
Sucht das Euch Verbindende! Immer neu und immer wieder.

 

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen gesegnete Weihnachten und hoffe auf verbindende Gespräche und freudiges Zusammensein im neuen Jahr.

 

 

Herzlichst, Constanze